Für die Individualisierung von Werbemitteln werden Druckdaten in bestimmten Formaten mit passenden Farbangaben benötigt, abgestimmt auf dein Logo oder das Corporate Design deines Unternehmens.
Wichtig ist dabei, das richtige Farbsystem zu verwenden, denn Farben auf dem Bildschirm sehen oft anders aus als im Druck. Wer also sicherstellen möchte, dass Logo und Design auf dem Werbemittel genau den gewünschten Farbton haben, sollte wissen, was es mit RGB, HEX, CMYK oder Pantone auf sich hat. Ebenso entscheidend ist das richtige Dateiformat, ohne welches ein Druck nicht möglich ist.
Je nachdem, wie etwas veredelt wird, ändern sich die technischen Anforderungen. Die Art des Drucks entscheidet also darüber, welches Farbsystem und welches Dateiformat benötigt werden.
Inhaltsverzeichnis
Digitale Farbsysteme
RGB-Farbmodell
RGB (Rot, Grün, Blau) ist das Standardfarbmodell für Bildschirme und wird daher im digitalen Raum für beispielsweise Webseiten, Social Media und Präsentationen genutzt. Die Farben entstehen durch das Hinzufügen von Licht (additive Farbmischung), was zu hellen und intensiven Farben führt. Jeder Farbwert wird hier von 0 bis 255 angegeben.
Standardmäßig können somit auf einem Computerbildschirm über 16 Millionen Farbtöne dargestellt werden.
Das Beispielbild rechts zeigt, wie die RGB-Farbdarstellung in der Anwendung bei Adobe Illustrator aussieht.
HEX-Farbcode
HEX ist lediglich eine andere Schreibweise von RGB, also eine Art „Code“, den Computer verstehen (#RRGGBB). HEX-Codes werden daher ebenfalls vor allem für digitale Medien wie Webseiten oder Apps verwendet und geben an, wie viel Rot, Grün und Blau in einer Farbe enthalten ist.
Das Beispielbild rechts zeigt, wie der HEX-Code in der Anwendung bei Adobe Illustrator aussieht.
Farbsysteme für den Druck
Je nach Druckverfahren wird ein anderes Farbsystem verwendet. Die zwei Farbsysteme, die bei unseren Produkten am häufigsten benötigt werden sind CMYK und Pantone.
Welche Farbangaben benötigt werden, hängt daher immer vom gewählten Verfahren ab.
Beim Druck wird in der Regel je nach Produktionsmethode mit CMYK (Vollfarbdruck) oder Pantone (exakte Markenfarben) gearbeitet.
CMYK-Farbsystem
CMYK funktioniert anders als die eben vorgestellten Bildschirmfarben. Hier entstehen Farben, weil die Druckfarben Licht schlucken oder zurückwerfen. Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y) nehmen jeweils bestimmte Lichtfarben weg und lassen andere zurück, dadurch sehen wir die Farbe. Wenn die drei Farben übereinander gedruckt werden, können viele verschiedene Farbtöne entstehen. Schwarz (K) wird zusätzlich gedruckt, damit dunkle Farben wirklich tief und kräftig wirken, sonst würde aus der Mischung nur ein dunkles Braun oder Grau entstehen. Die Farbwerte werden hier in Prozent von 0 bis 100 angegeben.
Für einen farbgenauen Druck sollten Dateien direkt im CMYK-Farbraum angelegt werden. Das ist wichtig, weil das CMYK-Farbsystem weniger Farbtöne darstellen kann als das RGB-Farbmodell. Helle Bildschirmfarben, die im RGB-Farbcode kräftig wirken, zum Beispiel ein leuchtendes Türkis, können im Druck blasser erscheinen.
CMYK-Farben werden häufig im Digital- und Offsetdruck eingesetzt, also immer dann, wenn vollfarbige Motive gedruckt werden sollen.
Das Beispielbild zeigt, wie das CMYK-Farbsystem in der Anwendung bei Adobe Illustrator aussieht.
Pantone-Farbsystem
Das Pantone-Farbsystem, auch als Pantone Matching System (PMS) bekannt, ist ein Farbsystem, das dazu entwickelt wurde, eine genaue und konsistente Farbreproduktion gewährleisten zu können. Jede Farbe im Pantone-System ist mit einer eindeutigen Identifikationsnummer vordefiniert (z. B. Pantone 186 C). Falls in eurem Corporate Design keine Pantonefarben festgelegt sind, könnt ihr mithilfe von einem Pantone-Farbfächer oder online mit diversen Websites eine Pantone-Farbe finden, die eurem CMYK- oder RGB-Farbcode am nächsten kommt.
Pantonefarben werden für exakte Markenfarben und konsistente Farbergebnisse genutzt und kommen beispielsweise für Sieb- oder Tampondrucke zum Einsatz.
Am folgenden Beispiel sieht man, wie die eine Farbe in den verschiedenen Farbsystemen dargestellt wird.
Dateiformate
Nach dem Thema Farbsysteme widmen wir uns nun den Dateien und Formaten. Damit dein Logo oder Design sauber auf ein Produkt gedruckt werden kann, ist nämlich auch das richtige Dateiformat entscheidend. Je nach Druckverfahren werden unterschiedliche Dateitypen benötigt, wobei meistens Vektordateien verlangt werden.
Vektordaten sind beispielsweise für Lasergravuren, Prägungen, Sieb- oder Tampondrucke unverzichtbar. Bei Digitaldrucken sind hingegen auch Pixeldateien mit entsprechender Auflösung ausreichend.
Vektordaten
Vektordateien bestehen aus Linien, Formen und Punkten, die mathematisch definiert sind und nicht aus einzelnen Farb-Pixeln, wie es bei normalen Fotos der Fall ist.
Vorteile hierbei sind, dass sie ohne Qualitätsverlust skaliert werden können, also in der Größe verändert werden können und dabei immer scharf bleiben. Daher eignen sie sich ideal für Logos, Icons und Illustrationen. Häufige Formate sind hierbei AI (Adobe Illustrator), EPS (Encapsulated PostScript), SVG (Scalable Vector Graphics-Format) und PDF (Portable Document Format).
Wichtig bei Texten ist, dass die Schriften entweder vektorisiert sein müssen oder wenn Texte später noch bearbeitet werden sollen, müssen die Schriftarten als OpenType- (.otf) oder TrueType-Dateien (.ttf) mitgeliefert werden. Wurde der Text in Pfade umgewandelt, kann er inhaltlich nicht mehr bearbeitet werden. Die Umwandlung ist jedoch für den Druck notwendig.
Einzelne Designelemente müssen zudem eingebettet sein, sodass keine Verknüpfung zu externen Dateien besteht. Wenn du z. B. ein Logo oder ein Bild in deine Druckdatei einfügst, darf die Datei nicht nur „verlinkt“ sein, also auf eine andere Datei auf deinem Computer zurückgreifen. Stattdessen muss das Bild direkt in der Datei „eingebettet“ sein. Andernfalls ist ein Druck nicht möglich.
Die beiden Beispielbilder zeigen, wie die Vektorisierung in der Anwendung bei Adobe Illustrator aussieht. Jede Form bzw. Fläche besteht dabei aus Pfaden
Pixel-/Rasterdaten
Im Gegensatz dazu bestehen Pixeldaten aus einem Raster von Pixeln, wobei jeder Pixel eine Farbe hat. Rasterdaten sind auf eine bestimmte Auflösung festgelegt. Beim Vergrößern über die ursprüngliche Auflösung hinaus werden sie unscharf und pixelig. Häufige Dateiformate sind JPEG, PNG, GIF und BMP.
Eine einfache Umwandlung von Pixel- zu Vektordaten durch eine Dateiformation ist leider nicht möglich. In der Regel sollten Vektordateien der Marketingabteilung vorliegen, oder aber den Grafiker*innen, welche die Logos oder Designs erstellt haben.
Beim Digitaldruck kann in Ausnahmefällen auch eine Pixeldatei verwendet werden, sie muss für einen qualitativen Druck jedoch eine Auflösung von mindestens 300 dpi (engl.: dots per inch, deutsch: Punkte pro Zoll) haben. Das bedeutet, dass 300 Druckpunkte auf einer Länge von einem Zoll (2,54 cm) gesetzt werden. Je mehr Punkte pro Zoll, desto höher die Auflösung und desto schärfer das Druckergebnis.
Das folgende Beispiel zeigt den Unterschied: Links eine Rastergrafik, die beim Vergrößern unscharf wird und rechts eine Vektorgrafik, die sich problemlos vergrößern oder verkleinern lässt, ohne dabei an Qualität zu verlieren.
Fertige Druckdatei
Eine druckfertige Datei enthält dann alles, was für den korrekten Druck nötig ist:
- Farben: Pantonefarbe oder CMYK für den Druck
- Format: Design/Logo als Vektordatei, meistens PDF, AI oder EPS
- Schriften/Text: Vektorisiert oder mitgelieferte Schriftarten
Mit diesen Punkten stellst du sicher, dass dein gebrandetes Produkt am Ende genau so umgesetzt wird, wie du es dir mit deinem Logo oder Design vorgestellt hast.
Kurz & kompakt zum downloaden
Um alles auf einen Blick zu haben, findest du hier eine kurze Zusammenfassung der Druckdaten Erklärung. Das Merkblatt kannst du direkt herunterladen.
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